Auch dieses Jahr war ich wieder auf der Equitana in Essen - diesmal aber nicht mit einem Stand sondern als "Freischaffende", ich hatte also genügend Zeit mich in Ruhe umzusehen und mit vielen Leuten zu sprechen.
Eines fiel mir besonders auf - die steigende Zahl der "Pferdeflüsterer". Eigentlich ist es unverständlich wie wir die letzten 40 Jahre überhaupt reiten konnten - ohne flüstern, pressen, drücken und versenden von Energien! Es scheint, als ob heutzutage ein Pferd ohne psychiatrische Unterstützung gar nicht mehr existieren kann. Die Anzahl der "Flüsterer" oder "Seelenklempner" ist ins Uferlose gestiegen - es ist schon erstaunlich wo all diese "Pferdeversteher" herkommen - und gerade das sollte uns eigentlich wachsam stimmen. Ohne die Ausbildung und Befähigung der Person zu prüfen, geben wir uns und unsere Pferde in die Obhut und manchmal sogar in die manuelle "Bearbeitung" dieser "Gurus". Es werden Energien versand, Farbspektren analysiert und Schwingungen übertragen - schon ganz schön "magic" - oder? Würden denn Sie selbst sich in die Hände dieser Leute begeben ohne sich vorher zu erkundigen woher denn dieses Wissen der "Selbsternannten" kommt? Wohl kaum, oder? Manchmal scheint es, als ob eher der Mensch mehr Zuneigung und Aufmerksamkeit braucht, dies sich aber nicht eingestehen möchte, oder aber einfach nicht erkennt.
Früher sind wir einfach geritten, sicher nicht immer "pferdegerecht", aber die Pferde liefen und die meisten lebten nicht schlecht. Wenn heutzutage mal etwas nicht klappt, wird sofort der "Guru" gerufen, es MUSS ja an dem Pferd liegen - vielleicht wäre es manchmal einfacher und billiger sich selbst ein wenig mehr Ruhe zu gönnen, mehr Zeit beim reiten aufzuwenden und sich mehr mit dem Pferd und sich selbst zu beschäftigen und siehe da - vielleicht erledigen sich einige Probleme von selbst.
Mein Rat: wenn Sie schon die Hilfe eines "Pferde-Psychologen" in Anspruch nehmen möchten, wenn Sie meinen Ihr Pferd müsste "eingerenkt" werden oder wenn Sie meinen, dass jemand mit Ihrem Pferd "sprechen" sollte - erkundigen Sie sich vorher über die Ausbildung und Erfahrung des "Helfers", lassen Sie sich nichts von schönen Internetseiten vormachen und - überlegen Sie, ob Sie das Geld nicht lieber in einen schönen entspannenden Abend für sich selbst investieren - und siehe da, mit einem fröhlichen und entspannten Reiter läuft manches Pferd von sich aus besser - ohne Hukuspokus!
Samstag, 28. März 2009
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1 Kommentare:
Liebe Sabine,
ein sehr interessantes Thema, finde ich! Ich selbst hab beim Thema Gurus eine ganz erschreckende Erfahrung gemacht: Mädels in unserem Ort (so 10 Jahre alt) haben die Sendung von der deutschen Schülerin von Monty Roberts gesehen (will jetzt hier keine Namen nennen). Daraufhin haben sie das sehr junge und sehr sensible Pferd vom Nachbarn mal schnell auf den Roundpen geholt und brutal herumgehetzt. Seitdem lässt sich das Pferdchen nicht mehr von der Koppel holen, ist scheu, es tut mir soooo leid.
Ich finde schon grundsätzlich richtig, dass man sich auch vom Boden aus mit dem Pferd beschäftigt, aber man kann nur sehr selten die Tipps der Gurus 1:1umsetzen, weil die Pferde sehr genau spüren, ob man authentisch ist oder nur etwas nachahmt.
Aber ich freue mich schon darauf, dies mit Ihnen persönlich nächste Woche noch mal zu diskutieren, denn wir kommen, machen Urlaub bei Ihnen.
Bis dann und liebe Grüße
Stefanie und Erich
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