Heute bekam eine nette mail zugesandt mit folgendem Text:
Hallo Frau Wesseln,
sehr schöne Reportage, sehr sympathisch!
Hab mich totgelacht über die Praktikantenproblematik. Habe ähnliche Fälle hier erlebt, ein Mädel musste sich mittags immer hinlegen, weil sie so erschöpft war. Hat aber bei uns nicht körperlich gearbeitet... :-)
Was waren das noch für Zeiten, in denen wir 10-16-jährig vor der 1. Schulstunde mit dem Fahrrad (ohne Helm) in den Stall gefahren sind, dort UNENTGELTLICH (aus reiner Freude + Verantwortung heraus) beim Ausmisten + Füttern geholfen haben. Nach der Schule hat meine/fast unsere! :-) Generation die Pferde im gesamten Umfang psychisch + pysisch versorgt, die gesamte (große!) Hofanlage gekehrt, ständig Halle + Sandplatz abgeäpfelt, im Sommer natürlich gewässert, Reitzeug gesäubert und Boxen gestrichen. Und das alles umsonst! Reitstunden hat man sich zu Ostern, zum Geburtstag und zu Weihnachten gewünscht, das hat genau gereicht für 1x die Woche. Probleme gab es nur in der Schule, wenn Hausaufgaben aufgrund der Stallprioritäten nicht abgegeben werden konnten. Aber auch dafür gab es eine Lösung.
Herzlichen Gruß!
Dies ist der Anhang der mitgeschickt wurde:
Wir waren Helden !
Wenn du nach 1980 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun!
............Verschwinde! Kinder von heute werden in Watte gepackt!
............Alle anderen weiterlesen.
Wenn du als Kind in den 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, daß wir so lange überleben konnten !
Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.
Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.
Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmitteln.
Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen und auf dem Fahrrad trugen wir keinen Helm.
Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, daß wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.
Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mußten erst Zuhause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wußte wo wir waren und wir hatten nicht einmal ein Handy dabei!
Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst.
Keiner fragte nach „Aufsichtspflicht“. Kannst du dich noch an „Unfälle“ erinnern?
Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mußten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.
Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht dick. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.
Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Suround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms.
Wir hatten Freunde !!!
Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht zu klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns.
Wie war das nur möglich ?
Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir auch nicht besonders viele Augen aus. Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen wer gut war. Wer nicht gut war mußte lernen mit Enttäuschungen klarzukommen.
Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch die Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.
Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, daß die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel heraus hauen. Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei ! So etwas !
Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Mißerfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit allem wußten wir umzugehen !
Und du gehörst auch dazu ? ! ? Herzlichen Glückwunsch !!!
geb. nach 1980 => So, jetzt wißt ihr Warmduscher das auch
geb. vor 1980 = Wir waren Helden
Donnerstag, 19. Februar 2009
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10 Kommentare:
Wahre Helden einfach wunderbar die Folge. Wie schoen waere es wenn wir alle dies mit erleben duerften. Machen Sie mehr Werbung fuer Ihre Hacienda!
Als Prktikantin waere ich sicher lange bei Ihnen geblieben.
Ja wir waren Helden,
kein Baum war uns zu hoch. Bäche waren unser Jagdrevier kein Fisch vor uns sicher. Alles wurde gesammelt.
Im Heu hatten wir unsere Tunnels und Verstecke.
Wir waren glückliche Kinder obwohl unser Schlafraum nicht geheitzt war , wir heisse Steine im Bett zum wärmen hatten.
Wir waren glücklichde Kinder, obwohl es zum Frühstück Brotsuppe gab, statt Caffee.
Heute sind wir starke Menschen mit Karakter und Kriesen können wir leichter wegstecken wie die heutige Jugend.
Arbeiten sind wir gewohnt und egal welche Zeiten noch kommen,wir werden sie bewältigen.
Der Beitrag hat mich sehr begeistert und wieder an meine glückliche Kindheit erinnert.Danke
Sonnige Grüsse aus Coin Ilse
Da wir auch die unterschiedlichsten Erfahrungen mit Praktikantinnen gemacht haben und schon zur *Ur*Heldengeneration gehören, gibts mal einen Beifall aus der Nachbarschaft :-)
Ab sofort reihe ich mich in die Reihe der treuen Leserinnen ein :-)
Rondasaludos von Gabriela
"Wir waren Helden", der Beitrag spricht mir aus der Seele!
Kilometer weit fuhr auch ich als Kind und Jugendliche mit dem Fahrrad in den nächst gelegenen Reitstall,in dem auch des öfteren Springturniere stattfanden. Wir haben uns darum gerissen , die Pferde die aus dem Parcour kamen trocken zu reiten oder wenigstens trocken zu führen. Es wurden Stangen und Boxentüren gestrichen Hauptsache man war bei den Pferden.
Auch nach einem Sturz vom Pferd ist
man mit einem angeschwollenem Bein noch mit einem Bein nach Hause geradelt, denn ein Indianer kennt ja schließlich keinen Schmerz.
10 er Karten für Reitunterricht gab es auch bei mir nur zu Weihnachten oder zum Gebrtstag und es war ganz etwas besonderes!
Durch Zufall bin ich später im Polosport gelandet ,bin selber aktiv gewesen, habe aber auch die Betreuung der Pferde auf Turnieren übernommen und ich mußte enttäuschender Weise feststellen, daß Kinder und Jugendliche schon dazu erzogen werden, ohne Geld keinen Handstrich mehr zu machen. Selbst die Pferde unter der Woche zu bewegen wurde häufig bezahlt und wer mehr bot, bekam das bessere Pferdemädchen.
Ich hätte mir fürher alle 10 Finger abgeschleckt, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte Pferde zu bewegen, wäre stolz gewesen, wenn man mir diese Tiere anvertraut hätte und es als große Belohnung gesehen!
Die Zeiten haben sich eben leider geändert!
Herzliche Grüße aus dem Chiemgau,
Maria.
Ich habe mich schief gelacht beim Lesen dieser Mail! Sie spiegelt absolut meine eigene Jugend wieder. Tja, die Zeiten haben sich ganz schön geändert... Allerdings sind wir "Helden" heute die Eltern dieser kleinen oder jungen "Nicht-mehr-Helden". Gibt das nicht auch zu denken???
Ich bin jedenfalls stolz darauf, so eine schöne und unbesorgte Jugend gehabt zu haben und beneide die heutige Jugend nur um ihr Alter, nicht aber um die Zeit, in der sie lebt. (Ich wäre übrigens auch gern Praktikantin auf Hacienda El Boyal gewesen. Habe meinerzeit auch ein Praktikum auf einem Hof am Gardasee gemacht)
Liebe Grüsse von Ina aus Granada!
Liebste Grüsse von Ina aus Granada
Hallo Sabine...
also mich hat der Anfang des Textes ein bisschien verärgert...
"bist du nach 1986 geboren verschwinde, Ihr werdet in Watte gepackt"
Ich finde man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Ich bin 1986 geboren, war trotzdem jeden Tag im Stall hab besagte Arbeiten vöölig unentgeldlich getan und auch mit 21 habe ich letztes Jahr für Kost und Logis auf einem Hof gearbeitet, nur der Erfahrung wegen.
Also nicht alle sind gleich ;)
Liebe Grüße! Corina
Hallo Corinna, Sie brauchen sich nicht ärgern :-) Nehmen Sie den Text doch einfach leicht - man darf nicht immer alles so ernst nehmen und selbstverständlich gilt das nicht für alle die jünger sind. Liebe Gruesse aus Andalusien Ihre Sabine Wesseln
Hallo Sabine und Family,
welch toller Text und welch wahre Worte!
Wir waren aber nicht nur Helden, denn ich behaupte: "Wir sind es."
Die Schönheit der Natur - erkennen das die jungen Leute immer?
Hart anpacken - leider sind viel zu viele junge Menschen nicht mehr in der Lage, die ihnen aufgetragene Arbeit an einem Stück zu verrichten.
Auch wissen wir noch, was Ehrlichkeit bedeutet und wie wichtig die reine Kommunikation im Leben doch ist. Wir benötigen keine SMS, um uns mitzuteilen.
Man könnte jetzt meinen, ich hätte etwas gegen die Jugend, aber dem ist nicht so..
Was ich nur schade finde, ist die Verdummung, der heute viele Jugendliche unterliegen, weil sie das wahre Leben gar nicht sehen.
Ich darf nochmals darum bitten mir keine anonymen Kommentare zu senden - ich weiss dass das in der PC-Welt "normal" ist, aber ich finde, wenn wir uns unterhalten sollte doch der eine vom anderen wissen wer er ist, oder? Das wäre gaaaanz lieb!!
lieben Gruss Sabine
Ach wie wahr - das waren noch Zeiten. Wir buddelten sogar Höhlen. Wir hatten eine sehr glückliche Kindheit. Unsere Eltern waren Sicherheit, Geborgenheit und Liebe. Ich WILL wieder die 60er und 70er Jahren zurüüüüück.Ja ich will meine dummen Hochwasserhosen die ich einst partout nicht tragen wollte zurück. Will wieder Höhlen buddeln mit meinem Freund der Martin. Upss... wie die Zeit vergeht. Ob der auch schon Opa ist ? lächel..
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